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international online art project

ein Pro Helvetia und Xcult Projekt

bastard channel ist eine Kreuzung aus Fernseh- und Webprojekt, eine Plattform im Internet, die sich selbst als die Geschichte eines Fernsehsenders erzählt. Der Sender arbeitet mit den Lowtech- und Finanzmitteln der Netzkunst und hat Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in vier Kontinenten. Sein Programm lässt sich weltweit empfangen.

Am 18. November 2004 feiert bastard channel im Rahmen des Medienfestivals Viper in der Kunsthalle Basel seinen Sendestart mit sieben Sendungen. Bis im Frühling 2005 kommen monatlich neue hinzu. Beteiligt sind Künstlerinnen und Künstler aus Basel, Berlin, Genf, Johannesburg, New York, Ostrava, Paris, Seoul, Tokyo und Zürich.Dazu kommt die Mitarbeit von Textautorinnen, Übersetzern, Programmiererinnen und Grafikern.

Nicht zu jeder Tageszeit können alle Sendungen von bastard channel empfangen werden, denn unser Online-Projekt übernimmt die Programmstruktur des Fernsehens. Trailers kündigen an, zu welcher Tages- oder Nachtzeit die nächsten Beiträge in ihrer Weltgegend zugänglich sein werden. Während die terrestrischen Fernsehstationen daran arbeiten, Sendungen online terminunabhängig anbieten zu können, setzt bastard channel auf eine Konsumbegrenzung: Unser Programm soll den Zuschauern nicht jederzeit zur Verfügung stehen. Wir zeigen der Zapp&Surf-Attitude den medialen Finger.

Denn bastard channel reflektiert das Web als Zeitmedium. Da kreuzt sich das plätschernde Tv-Versprechen mit der zögerlichen Web-Antwort eines 56k-Modems. Manche unserer Sendungen laufen ab wie Filme, animieren den Bildschirm in rasantem Tempo, andere treten bewusst auf die Übertragungsbremse, zugleich lockend und frustrierend. Dritte lenken weltweite Datenströme auf den Bildschirm oder machen ein Interaktionsangebot, bei dem das Publikum 30 Minuten oder 30 Sekunden verbringen kann. Bei bastard channel sind selbst die Tv-Testbilder interaktiv, und von der Fernseh-Sphinx erhalten unsere Zuschauer eine persönliche Antwort auf ihre Lebensfragen, allerdings ohne zu wissen, ob Ihnen nach zwei bis drei Tagen die Sphinx selbst oder ihr intelligenter Roboter die wegweisenden Ratschläge schreiben bzw. sprechen wird.

56kTV - bastard channel hat seine eigene Programmzeitschrift. Internationale Autoren und Autorinnen aus der Film-, Kunst- und Medienwissenschaft kommentieren das Tv-Projekt und die einzelnen Sende-Beiträge. So bereichern wir das audio-visuelle Tv-Angebot online durch eine Print&Read-Offerte. Wir investieren in ein gutes graphisches Konzept und überlassen das Print-on-Demand unserem Publikum. Denn das TV-Magazin lässt sich an jedem Heim-Drucker ausdrucken.

(Text: Reinhard Storz)

Sie verlassen hier die Pro Helvetia-Website und tauchen ein in das Online-Kunstprogramm: www.56k-bastard.tv

     
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